VDSL – das schnelle Internet

Als VDSL wird eine DSL-Technik bezeichnet, die im Vergleich zu gebräuchlichen Leitungen wie ADSL und ADSL2 viel höhere Übertragungsraten beim Surfen im Internet bietet.
Als Standards wurden VDSL1 und VDSL2 festgelegt.

Was ist VDSL1?

Bei VDSL1 handelt es sich um die Zusammenfassung verschiedener DSL-Techniken, die nicht miteinander kompatibel sind. Die Datenübertragung erfolgt mit einer Geschwindigkeit von
52 Mbit/s in Richtung des Empfängers und 11 Mbit/s in die Richtung des Senders.
Die Bandbreite der Übertragung sinkt mit der wachsenden Entfernung zwischen dem Endgerät und der Vermittlungsstelle.

Zur Installation von VDSL1 werden je nach Bandplan und Hersteller vier Frequenzbereiche benutzt. Als Leitungscode verwendet man nicht kompatiblen QAM oder DMT, die gleiche Leistungsstärke aufweisen.
Außerdem wird es zur Kopplung oder Verlängerung von Ethernet-Netzwerken über eine Kupferdoppelader angewendet.

Die Standard-Version von VDSL1 konnte sich nicht weltweit durchsetzen, sondern hat sich ausschließlich in USA, Südkorea, Japan und China verbreitet, was mit einer geringeren Signalreichweite von VDSL1-DSLAM zusammenhängt. Dazu kommt, dass einige Anwendungen bei der Übermittlung nicht nach der Priorität behandelt werden.
VDSL2 wurde basierend auf dem Verfahren Discrete Multitone (DMT) entwickelt und bietet eine Übertragungsrate von 100 Mbit/s bei einer Frequenz von 30 MHz.

Seit der Entwicklung von VDSL können „Triple-Play-Dienste“ angeboten werden. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus IP-Telefonie, IPTV und breitbandigem Internet. Dabei sollte man beachten, dass VDSL nicht ohne einen dieser drei Dienste funktionieren kann, andernfalls spricht man von DSL ohne Festnetzanschluss, falls man Internetanschluß ohne einen Festnetz-Vertrag nutzen möchte.

VDSL2 – der neue Standard

Der Standard von VDSL2 wurde durch acht „Profile“ mit jeweils festgelegten Trägerabstand, Grenzfrequenz und Signalstärke erneuert. Die maximal erreichbare Übertragungsraten variieren von einem Profil zu dem Anderen, weil die jeweiligen Parameter unterschiedlich sind.
Zu jedem Profil wird zusätzlich ein Bandplan angegeben, der die Verschachtelung der Streamkanäle und die Freihaltung der Frequenzbereiche für ISDN und POTS regelt.
Die Bandpläne unterscheiden sich zwischen nordamerikanischen, asiatischen und europäischen. Zu einem Bandplan gehört immer eine PSD-Maske, die die Sendeleistung eines Modems um einige Frequenzen begrenzt, damit alle ADSL-Techniken sowie VDSL2 problemlos miteinander funktionieren und um das Amateurfunkbereich zu schützen.

Von der Deutschen Telekom wird seit 2006 ein Verteilernetz aufgebaut, das auf der VDSL2-Technik basiert. Auch internationale Netzbetreiber planen den Aufbau des VDSL2-Netzes.
VDSL2-Technik bietet eine Datenübertragungsrate, die zur Bereitstellung der Triple-Play-Angebote ausreicht. Das Übertragungsverfahren VDSL2 bieten den Netzbetreibern die Möglichkeit, mit Triple-Play-Angeboten Internettelefonie, Internetdaten und Fernsehprogramme in HDTV-Qualität anzubieten.
Die Telefonleitung bei VDSL2 bleibt dieselbe, wird nur auf eine andere Frequenz verlegt.
Die VDSL2-Splitter werden sowohl auf der Seite des Kunden als auch des Betreibers eingesetzt, um eventuelle Störungen der VDSL-Signale und der Festnetztelefonie-Signale zu verhindern.

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